Bob der Baumeister

Genau der hat im Moment in Görlitz Einzug gehalten. Es wird gebaut was das Zeug hält. Für drei Objekte war heute ein maßgeblicher Tag. Der Anbau der Stadtbibliothek erhielt einen Grundstein samt Zeitkapsel, das Neißebad feierte Richtfest und für den Neubau der Sporthalle Rauschwalde wurde der Auftrag vergeben. Drei Projekte sind da am wachsen und entstehen, die die Lebensqualität in der Stadt mit Sicherheit um einiges verbessern werden. Mehr Medien und ein modernes Gebäude für Internetzugänge und die Nutzung von Medien wie DVDs und multimedialen Anwendungen, ein neues Sportbad für die Schwimmer, für die die alte Försterhalle längst eine Zumutung ist, und nicht zuletzt eine neue Schul- und Mehrzwecksporthalle, die nicht nur dem Schulsport in Rauschwalde zu Gute kommt, sondern zusätzlich Vereinen zeitgemäße Trainings- und Wettkampfbedingungen bieten wird.

Drei große Schritte in Richtung schöneres Görlitz. Im Anbetracht dessen, was noch zu tun bleibt, erscheinen sie jedoch gar nicht mehr so riesig. Denn da warten ganz andere Projekte auf die Stadt, die im Jahr 2010 die Landesausstellung ausrichten wird. Zum ersten bleibt das Raumproblem. Wohin mit einer solchen umfassenden Ausstellung? Und wohin mit den sie begleitenden Veranstaltungen? Für die hoffentlich große Zahl der Gäste werden einzelne kleinere Veranstaltungsräume nicht genügen. Die Stadthalle wird bis dahin nicht zu sanieren sein. Zwar wird heute schnell gebaut, gehext wird aber meines Wissens nach noch immer nicht. Gerade bei der Sanierungen einer Halle dieser Größe sollte Wert auf die Nutzbarkeit gelegt werden, auch wenn dies zuerst einmal teurer scheint. Die oft geforderten „günstigeren, bescheideneren“ Lösungen können sich schnell als Pferdefuß erweisen – moderne Veranstalter wollen die dem neuesten Standard entsprechenden Räume buchen, keine Teillösungen.

Doch nicht nur die Räume, sondern auch die Veranstaltungen bilden einen Punkt, über den mehr, auch öffentlich, nachgedacht werden sollte. Die Ausstellung wird zwar vom Land organisiert, dennoch sollte die Gastgeberstadt diese hervorragende Gelegenheit nicht ungenutzt lassen, sich selbst im besten Licht zu präsentieren. Ein selbstorganisiertes Rahmenprogramm mit etwas Anspruch will jedoch gut geplant sein. Ideen müssen gesammelt, Vereine koordiniert, Gelder eingeworben werden. Das alles geht nicht von Heute auf Morgen, oder, wie in Görlitz leider so oft, von Gestern auf Heute.

Bei allem Stolz und aller Freude also über das erreichte, ist es höchste Zeit, sich auch über auf den ersten Blick abgesichert scheinende Projekte der nächsten Zeit Gedanken zu machen. Görlitz ist – die Haushaltslage ist allgemein bekannt – auf das Engagement der Bürger und das geschickte Nutzen von Fördermitteln angewiesen. Das Gespräch mit Einwohnern, Vereinen und engagierten Unternehmen sollte daher bald und öffentlich gesucht werden.